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Fünf Dinge, die ich im Urlaub über Prag gelernt habe

Ich bin nach einer Urlaubswoche zurück aus der tschechischen Hauptstadt und möchte nun ein paar mehr oder weniger kuriose Dinge mit euch teilen, die mir während dieser Zeit an Prag selbst sowie seinen Bewohnern aufgefallen sind.

1. Das geheime Bandshirt-Verteilungssystem

Am Anreisetag war es vollkommen egal, wohin ich schaute: Mindestens eine Person in meinem Blickfeld trug ein Metallica-Shirt. Die waren einfach überall. Hätte man daraus ein Trinkspiel gemacht, wäre eine Alkoholvergiftung vorprogrammiert gewesen. Kurz darauf stellte sich dann allerdings heraus, dass es in Prag keine T-Shirts regnet, sondern dort am 18. August ein Metallica-Konzert mit 70.000 Fans stattfand. Ein paar davon sind uns wohl über den Weg gelaufen. Wobei so ein geheimes Shirt-Verteilungssystem ja schon cool gewesen wäre… Auch so allgemein scheint das mit den Bandshirts gerade ein ziemlicher Trend zu sein, weswegen ich mich mit meinem Traveloutfit inklusive Guns n‘ Roses Shirt direkt bestens integriert fühlte.

2. Unfreundlichkeit wird groß geschrieben

Ihr habt ja vielleicht von der typischen Unfreundlichkeit der Berliner gehört. Tja, die Prager toppen das locker. „Begrüßt“ wurden wir direkt am Bahnhof von der wohl miesgelauntesten Kioskangestellten dieses Planeten. Als Antwort auf unsere Fragen, ob sie englisch oder vielleicht sogar deutsch könne, erhielten wir ein fieses Schulterzucken und tschechisches, irgendwie beleidigend klingendes, Gebrabbel. Generell scheint man dort nicht so sehr auf soziale Interaktionen zu stehen. So gab es beispielsweise in den meisten Straßenbahnen nur Einzelsitze. Und wisst ihr was? Meine menschenhassende Seite und ich finden das gar nicht mal so schlecht. Aber natürlich haben wir auch positive Erfahrungen gemacht: So war unsere Kellnerin im Hard Rock Café beispielsweise super freundlich und sprach perfekt englisch.

3. Am Bahnhof sind starke Nerven gefragt

Als bei der Buchung der Zugfahrt kein Gleis angezeigt wurde, war ich zuerst verwirrt – bis ich herausfand, dass das in Tschechien normal ist. Dort wird die Bahnsteignummer erst kurz vor der Abfahrt angezeigt. Die aus dieser Ungewissheit resultierende Nervosität konnte ich glücklicherweise bis zum Abreisetag ausblenden. Halbwegs. Bei „kurz vorher“ handelt es sich tatsächlich nur um knapp 15 Minuten. Oh Gott! Statt also wie sonst gechillt oben am Gleis zu warten, waren wir ein Teil der ebenfalls verunsichert wirkenden Menschenmasse, welche sich vor einer der großen Anzeigetafeln versammelte. Endlich war es soweit: Gleis 7! Ein wildgewordener Mob schob uns dann in Lichtgeschwindigkeit zum Zug und wie ihr seht, bin ich letztendlich wieder heil zu Hause angekommen. Halb so wild, aber ich neige eben zur Panik. Rückblickend ist es vielleicht sogar ganz gut, dass es auf diese Weise nicht zu Schubsereien am Bahnsteig kommen kann.

4. Gosse meets Glamour – oder so

Klar, keine Stadt hat nur schöne Seiten. Aber in Prag wechseln sich „eww“ und „uiii“ alle paar Meter ab. Ein gutes Beispiel ist die Umgebung unseres Hotels (mehr dazu später)! Als wir aus der Tram stiegen, überlegte ich erstmal, was ich mir beim Buchen eigentlich dachte. Zerfallene Wohnblöcke, ein ranziger Imbiss und ’ne Straße, die auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Okay, lässt sich nicht mehr ändern. Nach dem Einchecken machten wir dann einen kleinen Spaziergang, allerdings zum Glück in die andere Richtung. Nur knapp 20 Meter entfernt erwartete uns nämlich das genaue Gegenteil: Hübsche Restaurants auf einem gepflegten Platz mit Pflanzen, Brunnen und Sitzgelegenheiten. So zog es sich auch durch die komplette Stadt. Während man gerade noch denkt, man wäre in der Gosse gelandet, findet man sich im nächsten Augenblick schon vor prunkvollen Gebäuden in sauberen Einkaufsstraßen wieder.

5. Fahrkartenautomaten aus der Steinzeit

Prag ist eigentlich eine moderne Stadt: Freies Wifi in der Tram, man braucht fast nirgends Bargeld und englisch schienen auch die meisten Leute zu sprechen. Nur die Fahrkartenautomaten wurden aus irgendwelchen Gründen in der Steinzeit zurückgelassen. Es gibt zwar moderne Varianten mit Touchdisplay und Kartenzahlung, allerdings längst nicht überall. Die grandiose Idee, die Tickets für die Woche nicht gleich bei der Ankunft am Bahnhof, sondern in Ruhe am Automaten vor dem Hotel zu kaufen, entpuppte sich daher als weniger grandios. Der Ablauf: Man kann nur mit Tschechischen Kronen zahlen. Okay, auf zum Geldautomat in der Lobby. Der gibt natürlich nur Scheine aus, für die Tickets braucht man aber Münzen. Kein Ding, an der Rezeption wechseln die bestimmt Geld. Lol, nope! Letztendlich landeten wir im Fitnessstudio schräg gegenüber und kamen mit Münzen wieder heraus, sodass wir uns Tickets für den nächsten Tag holen konnten. Puhhh! Eins ist sicher: Beim nächsten Mal wird das direkt am Hauptbahnhof erledigt.

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