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Skinny, Mid-Size, Curvy, Plus-Size – über das Schubladendenken in der Modewelt

Wir Menschen neigen dazu, alles um uns herum in bestimmte Kategorien einordnen zu wollen. Seien es Menschen aus unserem alltäglichen Leben oder Filmfiguren – eine Einteilung in gut oder böse, dumm oder schlau, hübsch oder hässlich und so weiter erfolgt oft ganz automatisch. Ist das eine Art natürlicher Insinkt? Oder die Beeinflussung durch Medien und Co.? Ganz genau kann das wohl niemand wissen. Vielleicht ist es schlicht ein Versuch der Vereinfachung: „Person X hat die Eigenschaften 1, 2 und 3. Zack, Thema abgehakt.“

Dass so ein Schubladendenken falsch ist, wissen wir alle. In der Modewelt wird dieses Wissen allerdings gekonnt ignoriert. Besonders fällt diese Einteilung beispielsweise beim Thema Models auf. Bist du „dünn“, bist du Model. Bist du „dick“, bist du Plussize-Model. Die Tätigkeit ist exakt die gleiche. Warum braucht es dann eine Ergänzung bei der Bezeichnung? Egal, ob dies ab- oder aufwertend gemeint sein soll: Beide Begründungen sind doch dämlich. Findet ihr nicht? Dann lasst euch mal die nicht-existenten Bezeichnungen Curvy-ModeratorIn oder Plussize-JournalistIn auf der Zunge zergehen. Klingt beides ziemlich lächerlich – denn anhand dieser Beispiele wird besonders deutlich, wie überflüssig so eine Ergänzung ist.

Möchtet ihr von jemandem in eine Schublade gesteckt werden? Wohl eher nicht! Aber dann packt ihr euch selbst hinein, indem ihr euch als Curvy-Irgendwas bezeichnet… Ist doch doof! „Ich bin Bloggerin.“ Punkt.

Auch beim Onlineshopping ist das Thema präsent. Die Einteilung des Menüs in „Kleider, T-Shirts, große Größen“ finde ich immer wieder etwas fragwürdig. Als wäre die Abteilung für größere Größen die ungeliebte Resterampe des Shops. Für „kleine Größen“ gibt’s schließlich auch keine seperate Kategorie. Wieso ist überhaupt eine seperate Kollektion vorhanden? Wieso kann nicht alles in allen Größen angeboten werden? Die Entscheidung, welche Klamotten man tragen möchte, sollte man schließlich selbst treffen dürfen. Da haben sich weder ein Modelabel noch sonst irgendwelche Personen einzumischen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, Menschen mit den unterschiedlichsten Maßen auf den Laufstegen, in den Modemagazinen und den Onlineshops dieser Welt zu sehen. Gemeinsam. Schließlich sind wir am Ende alle gleich viel wert – völlig egal, wie wir dabei aussehen. (Außer, ihr seid ein Serienkiller oder sowas. Dann nicht.)

Foto: © kaboompics | Grafik: © melaleela

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